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Begleitprogramm zur Gedenkveranstaltung für die Opfer von »Euthanasie« und Zwangssterilisation

01.09.2017 – 02.09.2017

Gegen das Vergessen: Aus der Geschichte lernen

Zum sechsten Mal veranstalten die 14 Verbände des »Kontaktgespräches Psychiatrie« am ersten Septemberwochenende die Veranstaltung Gegen das Vergessen – Aus der Geschichte lernen. »Euthanasie« und Zwang sterilisation von Menschen mit Behinderungen wurden in der NS-Diktatur möglich, nachdem sie zuvor als »unheilbar« und »unnützlich« denunziert hatte.

Die Weltlage ist in den letzten Jahren – zumindest scheint es so – unsicherer, bedrohlicher und unübersichtlicher geworden. Viele Menschen belastet dieses Unsichere und Bedrohliche. Sie leiden unter der Infrage - stellung von Selbstverständlichem und Gewohntem. Nicht nur Flüchtlinge, auch andere Menschengruppen wurden zum Sinnbild von Verunsicherung und Bedrohung. Häufig reagieren wir auf »Bedrohungen« mit Abschottung, Rückzug und Abwehr. Es werden Schuldige und Sündenböcke in Verbindung mit eigenen Insuffizienzen und prekären Lebenslagen ausgemacht. Komplexe Sachverhalte werden auf einfachste Antworten reduziert. Eine Situation, die an die 1930er Jahre erinnert. Auf schwierige Fragen folgen einfache und hilflose Antworten. Dieser Mechanismus ist nolens volens Bestandteil unseres Zusammenlebens und Handelns. Er dient populistischen Gruppierungen als fruchtbarer Nährboden für vereinfachende Schuldzuweisungen, Ab- und Entwertungen von ganzen Bevölkerungsgruppen wie Ausländer/-innen, Homosexuellen, Wohnungslosen, Behinderten, Muslimen. Die Antworten entbehren zumeist einer Grundlage für dialogische Kommunikation und Interaktion. Andersdenkende Menschen werden abgewertet, gering geschätzt, ihre Menschenwürde und Rechtschaffenheit in Frage gestellt. Es folgt die Aberkennung von Respekt und Achtung. Im Extremfall führt dies zur Infragestellung der Existenz berechtigung. Auch dies ist eine bittere Erfahrung aus dem Nationalsozialismus.

Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, alltagsrassistische Äußerungen, die fließend in rechtes und rechtsextremes Gedankengut übergehen, scheinen in den letzten Jahren mehr und mehr auch aus der Mitte der Gesellschaft zu kommen. Damit verbindet sich die Frage, was dagegen getan werden muss: gegen die gestiegene Gewaltbereitschaft gegenüber »Fremden«, gegen eine weitere ab- und entwertende Entmenschlichung und Entpersönlichung ganzer Bevölkerungsgruppen. Was kann und muss getan werden, um den für alle Menschen geltenden, demokratischen, auf Respekt und Achtung basierenden praktischen Diskurs zu fördern?

Mit den Beiträgen von Frau Muhterem Aras, Herrn Prof. Andreas Zick und Herrn Dr. Jan Lohl wollen wir das Verstehen vertiefen, ausweiten und verbreiten und gleichzeitig nach gesellschaftspraktischen Lösungswegen suchen, welche die Stärkung der demokratischen Gesellschaft zum Ziel hat.

Den Flyer zur Veranstaltung mit Programm und Anmeldemöglichkeiten finden Sie [hier].

Termin(e)

Freitag, 01.09.2017
Beginn: 13:00
Ende: 16:30
Samstag, 02.09.2017
Beginn: 14:00
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Veranstalter
Kontaktgespräch Psychiatrie
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