Rückblick zur T4-Veranstaltung

„Gegen das Vergessen – Aus der Geschichte lernen“
05.02.2026

Am 5. September 2025 fand im DokumentationszentrumTopographie des Terrors in Berlin die diesjährige Gedenkveranstaltung der Verbände des Kontaktgesprächs Psychiatrie statt. Gemeinsam mit Angehörigen, Betroffenen, Expert:innen und zahlreichen Interessierten erinnerten wir an die Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Morde.

Die Veranstaltung bot Raum für Austausch, Zuhören und gemeinsame Reflexion. Angehörige und Betroffene teilten persönliche Geschichten, Expert:innen gaben Einblicke inForschung und Praxis. In einem Fishbowl-Dialog wurde diskutiert, was es heute bedeutet, Verantwortung zu übernehmen und aus der Geschichte zu lernen.

Zum Abschluss zogen die Teilnehmer:innen gemeinsam in einem Gedenkgang zur T4-Opfer-Gedenkstätte in der Tiergartenstraße, dem historischen Ort, an dem die Ermordung von rund 170.000 bis 200.000 Menschen mit psychischen Erkrankungen oder Behinderungen während der NS-Zeit geplant wurde. Mit Kerzen und Blumen gedachten wir der Opfer.

Warum wir gedenken:

Seit 2009 erinnern die Verbände des Kontaktgesprächs Psychiatrie am ersten Septemberwochenende an die Opfer von Patient:innenmord und Zwangssterilisation in der NS-Zeit.Ziel ist es, den Opfern und ihren Angehörigen ihre Namen, ihre Geschichten und ihre Würde zurückzugeben.

Auch heute erleben Menschen mit psychischen Erkrankungen Diskriminierung und gesellschaftlicheAusgrenzung. Öffentliche Debatten über Zwangsmaßnahmen oder die Forderung nach Registern für psychisch erkrankte Menschen zeigen, wie wichtig es ist, die Lehren aus der Geschichte ernst zunehmen. Aus der Veranstaltung heraus entstand ein Aufruf, der von der überwältigenden Mehrheit der Teilnehmer:innen unterzeichnet wurde.

Darin fordern wir:

  • Keine Register für Menschen mit psychischen Erkrankungen
  • Sichtbare Erinnerung durch Gedenktafeln, Stolpersteine oder Straßennamen
  • Mehr Schutz vor Stigmatisierung und Diskriminierung
  • Aufarbeitung der Verantwortung der damaligen Psychiatrie