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Willkommen auf den Internetseiten des Dachverbands Gemeindepsychiatrie!

Unser Verband vertritt deutschlandweit die Interessen der Träger gemeindepsychiatrischer Hilfen. Er setzt sich für eine inklusive und vorrangig ambulante Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen und seelischen Behinderungen ein, die die Bedürfnisse der Betroffenen in den Mittelpunkt stellt und ihnen Teilhabechancen in der Gemeinschaft eröffnet. Gemeindepsychiatrische Anbieter sorgen im Netzwerk mit Therapeuten, Ärzten, Betreuern, Angehörigen und ehrenamtlich Engagierten dafür, dass Menschen mit psychischen Erkrankungen wohnortnahe und niedrigschwellige medizinische, therapeutische und rehabilitative Hilfen erhalten. Auf der Seite [Über uns] erfahren Sie mehr.
 

Aktuelles

Projekt mit Vorbildcharakter: SOUL LALA ist Gewinner des DGPPN-Antistigma-Preises 2021

Vorurteile und Ausgrenzung im beruflichen und privaten Umfeld sind für psychisch erkrankte Menschen und ihre Familien noch immer eine große Belastung. Der mit 10.000 Euro dotierte DGPPN-Antistigma-Preis zeichnet Projekte und Initiativen aus, die sich für eine nachhaltige Inklusion dieser Menschen einsetzen. Für das Inklusionsprojekt SOUL LALA wurde der Dachverband Gemeindepsychiatrie e.V. in diesem Jahr mit dem ersten Preis und damit einem Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro ausgezeichnet. Die Verleihung fand im Rahmen des DGPPN Kongresses am 27. November im CityCube Berlin statt. Nils Greve, Vorsitzender des Dachverbands Gemeindepsychiatrie nahm die Auszeichnung stellvertretend für das Projektteam von Prof. Dr. med. Arno Deister, Vorsitzender des Aktionsbündnisses Seelische Gesundheit entgegen. [mehr]

BBE Dossier Nr. 9 – Zivilgesellschaft und Bundestagswahl 2021

Bereits zum zweiten Mal legt das BBE ein Dossier vor, das Forderungen und Handlungsempfehlungen zivilgesellschaftlicher Organisationen zur Engagement- und Demokratiepolitik systematisch präsentiert. Insgesamt 57 Beiträge von Organisationen und Zusammenschlüssen umfasst die Publikation, die unter anderem unter Mitwirkung des Dachverbands Gemeindepsychiatrie entstanden ist.

Das BBE sieht es als seine Aufgabe, im Vorfeld von Bundestagswahlen die Vielfalt der Stimmen und politischen Handlungsempfehlungen allgemein zugänglich zu machen. Damit soll die Recherche zu organisationsbezogenen Positionierungen in der Engagement- und Demokratiepolitik erleichtert werden. Zugleich werden so die Konturen der relevanten Agenda bei der Vielfalt der Positionierungen erkennbar.

[Zum Dossier]

„Es ist normal - verschieden zu sein!” Veröffentlichung unserer Broschüre zur Anti-Stigma-Arbeit

Wir freuen uns, Ihnen endlich die Ergebnisse unseres 2019 gestarteten Projektes zur Anti-Stigma-Arbeit präsentieren zu können! Gefördert durch das Bundesministerium für Gesundheit veröffentlicht der Dachverband Gemeindepsychiatrie e.V. die Broschüre „‚Es ist normal - verschieden zu sein!' Aktuelle Arbeitsformen und Beispiele zur Anti-Stigma-Arbeit".
Die 220 Mitgliedsorganisationen des Dachverbands sind gemeindepsychiatrische Träger, welche lebensweltorientierte ambulante Leistungen für psychisch erkrankte Menschen aus unterschiedlichen Sozialgesetzbüchern anbieten, initiieren und sich in unterschiedlicher Weise an regionalen Anti-Stigma-Aktivitäten und Kampagnen zur Gesundheitsförderung bei seelischen Belastungen beteiligen. Diese Aktivitäten sind bislang nicht systematisch erfasst worden. Die vorliegende Broschüre stellt die Ergebnisse einer Umfrage unter den Mitgliedern des Dachverbands und einen Ausschnitt aus ihren erfolgreichen Anti-Stigma-Projekten dar. Ein kurzer Überblick über europäische Anti-Stigma-Aktivitäten ergänzt die Zusammenfassung. Der Bericht soll dazu anregen, eigene Projekte durchzuführen. Die hier dargestellten Projektergebnisse sollen Sie dabei unterstützen, Impulse geben und dieserart die erprobten Methoden, Materialien oder Kampagne-Elemente für andere gemeinnützige Organisationen nutzbar machen.

Die Broschüre können Sie über unser Archiv kostenfrei herunterladen.

[Zum Download]

Forum Arbeit und psychische Gesundheit | Videobeiträge

Anlässlich der Zunahme von Arbeitsunfähigkeitstagen und beruflichen Frühberentungen aufgrund von psychischen Belastungen und diversen Bedarfen in der beruflichen Rehabilitation von Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen fand am 13.10.2021 im Rahmen der Woche der Seelischen Gesundheit das Forum Arbeit und psychische Gesundheit statt.
An dem Forum beteiligten sich neben dem Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. verschiedene Akteur*innen und Kooperationspartner*innen wie das Berufsförderungswerk Stralsund, die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Dietrich Bonhoeffer Klinikums, der Gemeindepsychiatrische Verbund Mecklenburgische Seenplatte sowie das Institut für Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V..  
In einem Einstiegsvortrag beschäftigte sich Karsten Giertz (Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V.) ausgehend von Krankenkassendaten zu beruflichen Fehlzeiten mit verschiedenen Erklärungsansätzen aus der Soziologie und psychiatrischen Epidemiologie, welche sich mit dem gesellschaftlichen Anstieg von psychischen Belastungen in der Arbeitswelt beschäftigen. Die niedrigen Wiedereingliederungszahlen von Menschen mit psychischen Belastungen auf den ersten Arbeitsmarkt, legen einen Bedarf an innovativen, ergänzenden und alternativen Reintegrationsangeboten nahe. Ausgehend von dieser Versorgungssituation stellte Antje Werner (Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V.) zusammen mit weiteren Kooperationspartner*innen aus dem Berufsförderwerk Stralsund das Rehapro-Projekt "IPS - Zurück ins Berufsleben" vor, das sich mit der Implementierung des Supported-Employment-Ansatzes in Deutschland beschäftigt.

Die Beiträge können nun auf der Webseite des Landesverbandes Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. als Videos angesehen werden.

[Zu den Videobeiträgen]

Digitalisierung und neue Perspektiven in der psychosozialen Arbeit

Digitale Fachtagung des Landesverbands Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. am 20. Mai 2022

Gemeinsam mit dem European Centre of Clinical Social Work e.V., der Fachhochschule Wien, dem Institut für Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V., der Hochschule Neubrandenburg und dem Schweizer Fachverband Soziale Arbeit im Gesundheitswesen veranstaltet der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. am 20. Mai 2022 die Fachtagung „Digitalisierung und neue Perspektiven in der psychosozialen Arbeit“.

Für die Gestaltung des Programms sind Sie herzlich eingeladen, Vorschläge für Vorträge oder Posterpräsentationen einzureichen, die sich schwerpunktmäßig mit dem Thema Digitalisierung in der psychosozialen Arbeit und Beratung auseinandersetzen. Die Vorschläge können bis zum 31. Januar 2022 via E-Mail unter info(at)eccsw.eu eingereicht werden.

Die Teilnahme an der Tagung ist kostenlos.

Das finale Tagungsprogramm und alle weiteren Informationen werden Anfang 2022 u. a. auf der Internetseite des Landesverbandes Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. (www.sozialpsychiatrie-mv.de) und des European Centre of Clinical Social Work e.V. (www.eccsw.eu) veröffentlicht.

[Zur Ankündigung]

Unser Jahr 2020 - Der aktuelle Tätigkeitsbericht des Dachverbands Gemeindepsychiatrie

Der Rückblick auf das Jahr 2020 ist auch beim Dachverband Gemeindepsychiatrie e. V. geprägt von den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie, die uns bis heute weltweit beschäftigt. Nach wie vor gilt, dass Menschen mit psychischen Erkrankungen besonders von der Pandemie betroffen sind. In dieser Situation kommt der Gemeindepsychiatrie eine wichtige Aufgabe zu. Mitarbeitende der gemeindepsychiatrischen Träger, Engagierte aus Selbst- und Bürger- hilfe sowie Angehörige tragen gemeinsam wesentlich dazu bei, den psychisch erkrankten Menschen einen stützenden Rahmen zu bieten. Sie leisten lebenswelt-orientierte Hilfen dort, wo sie benötig werden: im Wohnbereich, bei Arbeit/Beschäftigung, in der Gestaltung des Alltags.

Der Dachverband Gemeindepsychiatrie e.V. setzt sich nachdrücklich dafür ein, dass diese Arbeit in Politik und Gesellschaft die nötige Anerkennung erfährt. Gemeinde-psychiatrie ist systemrelevant! Wirksame, überall verfügbare Hilfen für psychisch erkrankte Menschen und ihre Familien sind kein Luxus, , sondern sie sind gerade in der Krise ein Menschenrecht. Umso wichtiger ist es, dass die Leistungserbringer selbst die nötige Unterstützung erhalten, um finanziell sicher durch die Krise zu kommen. Die entsprechende Informations- und Lobbyarbeit ist uns ein wichtiges Anliegen. Auch unsere „Routine-Arbeit“ war und ist teils bis heute stark von der Pandemie beeinflusst. Viele Veranstaltungen konnten 2020 nicht wie gewohnt stattfinden. Technische Alternativen haben uns geholfen, in Kontakt und Austausch mit unseren Mitgliedern, den Kooperationspartnern und der Politik zu bleiben. Durch großes Engagement der Mitarbeitenden und die im Vorjahr begonnene Digitalisierung der Prozesse und Kommunikationswege blieb der Verband nicht nur arbeitsfähig, sondern baute eine langfristig zukunftsfähige Infrastruktur auf und aus.

Wenn wir auf dieses sehr besondere und fordernde Jahr 2020 zurückschauen, erfüllt es uns mit Stolz, dass wir auf vielen Ebenen eine sehr erfolgreiche Lobbyarbeit für die gemeindepsychiatrischen Träger und ihre vielfältigen Angebote leisten sowie die Selbsthilfe psychisch erkrankter Menschen und ihrer Angehörigen unterstützen konnten. Ebenso konnten auch durch die Beteiligung zahlreicher Akteure aus der Mitgliedschaft in einigen aktuellen Projekten des Dachverbandes viele große und kleine Veränderungen angestoßen werden. Eine bereichernde Erfahrung in der Pandemie war der gute Zusammenhalt unserer Mitglieder und die rasche, kollegiale Kommunikation. Die Netzwerke mit unseren Mitgliedern und Kooperationspartnern erwiesen sich als erfreulich stabil und tragend.

[Tätigkeitsbericht herunterladen]

Nachruf für Ruth Fricke

Im Alter von 73 Jahren ist am vergangenen Samstag Ruth Fricke gestorben. Dies bestätigte der Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener (BPE) mit, dessen Vorstand Frau Fricke bis zuletzt angehörte.

Die gebürtige Herforderin erkrankte 1986 zum ersten Mal an einer Psychose. Im Sommer 1994 gründete sie eine Selbsthilfegruppe für Psychiatrie-Erfahrene und arbeitete ab Herbst im Sprecherteam des Landesverbandes Psychiatrie-Erfahrener NRW mit. Es folgte ein jahrzehntelanges Engagement für die Rechte und die Selbstbestimmung psychisch erkrankter Menschen. Neben ihrer Tätigkeit im BPE war sie Gründungsvorsitzende des Behindertenbeirates des Kreises Herford, Mitglied der staatlichen Besuchskommission nach PsychKG NRW sowie Koordinatorin der Patientenvertreter für die Regierungsbezirke Detmold und Münster. 2004 war sie Gründungsmitglied des Aktionsbündnisses Seelische Gesundheit und seither Mitglied der Steuerungsgruppe. Zudem initiierte sie die jährlichen Gedenkveranstaltung des Kontaktgesprächs Psychiatrie für die Opfer der nationalsozialistischen Patientenmorde unter dem Titel "T4-Opfer nicht vergessen“. Nicht zuletzt war Frau Fricke bis 2014 im Vorstand des Dachverbands Gemeindepsychiatrie tätig.

Ruth Fricke war eine mutige Frau der klaren Worte, die mit ihren streitbaren Positionen für die Rechte Betroffener nicht selten aneckte. Nachhaltig erfolgreich wurde ihr Engagement dadurch, dass sie konstruktiv, zuverlässig und veränderungsorientiert mit den verschiedenen politischen und sozialen Akteuren zusammenarbeitete. Sie wollte dabei helfen, die Verhältnisse im Kleinen und Großen zum Positiven zu verändern – sei es in der Selbsthilfegruppe, in ihrer Heimatregion oder auf der Bundesebene. Trotz ihrer Erfolge blieb sie immer sehr bescheiden. Sie nahm sich zurück und stellte die Themen in den Vordergrund, für die sie sich einsetzte.

Der Nachwelt hinterlässt sie nicht nur die genannten Verdienste, sondern auch eine Stiftung für Menschen mit Psychiatrie-Erfahrung, an deren Etablieren sie in 2021 trotz schwerer Krankheit unermüdlich gearbeitet hatte und deren formelle Gründung sie noch kurz vor ihrem Tod erleben konnte.

Ruth Fricke hat besonders die Selbsthilfe Psychiatrie-Erfahrener, aber auch die Gemeinde- und die klinische Psychiatrie geprägt. Vorstand, Geschäftsführung und Mitarbeitende des Dachverbands Gemeindepsychiatrie werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren. Den Hinterbliebenen sprechen wir unser tiefempfundenes Mitgefühl aus.

Hochwasserkatastrophe in Deutschland - Seelische Unterstützung für Betroffene, Angehörige und Helfende

Starke Regenfälle haben in der letzten Woche für Hochwasser und Überschwemmungen vor allem in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen gesorgt. Wenn Sie als Betroffene, Betroffener, als Helferin, Helfer oder als Augenzeuge unter den Folgen und Eindrücken leiden und auf psychologische Unterstützung angewiesen sind, bieten Ihnen die auf den Seiten des Psychiatrienetzes gesammelten Kontakt- und Beratungsangebote Unterstützung an. [mehr]

Mitzeichnung „WIR für Menschlichkeit und Vielfalt“ – #wfmv2021

Auf einstimmigen Beschluss unseres Vorstandes hin hat der Dachverband Gemeindepsychiatrie die Erklärung "WIR für Menschlichkeit und Vielfalt" mitgezeichnet. Der gleichnamige Verbund aus Initiativen, Einrichtungen und Verbänden, die sich für Inklusion und Teilhabe von Menschen mit Behinderung oder psychischer Beeinträchtigung einsetzen, wendet sich gegen jegliche Form von Ausgrenzung und Diskriminierung. Er tritt ein für Menschlichkeit und Vielfalt und stellt sich klar gegen Nationalismus, Rechtspopulismus und Rechtsextremismus, wie sie von Parteien wie der Alternative für Deutschland (AfD) und anderen rechten Bewegungen gefördert werden. Der Dachverband positioniert sich klar mit dieser Initiative und möchte alle Mitglieder aufrufen, sich ebenfalls zu beteiligen!

Ein großer Dank geht an unser Mitglied PTV Sachsen für den Vorschlag der Mitzeichnung. An dieser Stelle noch einmal der Hinweis, dass dem Vorstand derlei Anregungen aus der Mitgliederschaft stets willkommen sind!

[Zur Erklärung]

Leben mit Corona: Nutzer*innen-Erfahrungsbericht von Sozialteam

„Wir arbeiten anwaltlich – und begleiten die Nutzer*innen dabei, ihre eigenen Interessen zu vertreten“, so formuliert es Dachverbands-Mitglied Sozialteam in seinem Leitbild. Entsprechend ist es immer ein wichtiges Anliegen des 1992 gegründeten sozialen Dienstleistungsunternehmen, Nutzer*innen die Möglichkeit zu geben, sich und ihre Anliegen zur Sprache zu bringen. Gerade die Corona-Pandemie hat auch für Menschen mit Psychiatrieerfahrung massive Auswirkungen. Wie sie dies als Betroffene erleben und was ihre Wünsche für die Zukunft sind, schildern eine Nutzerin und ein Nutzer im vom Sozialteam initiierten Video-Erfahrungsbericht.

Veröffentlichung zweier Artikel von Elke Prestin

Sprachwissenschaftlerin Dr. phil. Elke Prestin, aktuell wissenschaftliche Referentin beim Dachverband Gemeindepsychiatrie e.V. im Projekt „Gemeindepsychiatrische Basisversorgung schwerer psychischer Erkrankungen“, veröffentlichte kürzlich zwei Artikel, welche wir zur Verfügung stellen dürfen.
„(Selbst-)Ermächtigung in der Psychiatrie: Überlegungen zu Grundlagen, Möglichkeiten und Grenzen“ beschäftigt sich mit der Frage nach der Autonomie psychisch erkrankter Menschen und der Forderung von Selbsthilfe und progressiv professionell Tätigen, die (Selbst-)Ermächtigung von Betroffenen zentral in die Psychiatrie einzubinden. Empowerment und Recovery sind zentrale Begriffe dieses Artikels, der im Heft „Kerbe – Forum für soziale Psychiatrie 4/2020“ publiziert wurde.

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Der von Elke Prestin im Rahmen der APK-Jahrestagung am 28.–30. Oktober 2019 in Berlin gehaltene Vortrag „Handlungsbedarfe für eine bessere Psychiatrie“ konzentriert sich auf die Frage, wie eine Psychiatrie aussehen müsste, die Empowerment und Recovery ernst nimmt. Publiziert wurde die Niederschrift des Referats im von der Aktion Psychisch Kranke herausgegebenen APK-Tagungsband 46, „Qualität als Maßstab – Brennpunkte in der psychiatrischen Versorgung“.
 
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DGPPN Kongress 2020

Symposium des Dachverbandes Gemeindepsychiatrie e.V.

„Ambulante Krisendienste - Komplexleistungen der Gemeindepsychiatrie“

Seit vielen Jahren steht das Thema positiver Krisenbewältigung, die Beteiligung von Angehörigen, der Aufbau neuer Interventionen wie die Einführung des „Offenen Dialogs“ auf der Tagesordnung nicht nur unseres Fachverbandes. Das Ziel des Dachverbandes Gemeindespsychiatrie e.V. ist der Aufbau und die bundesweite regelfinanzierte Etablierung von ambulanten Krisendiensten unter Einbeziehung von Peer-Experten. Bei diesem Symposium wurden unterschiedliche, regional etablierte Good-Practice-Modelle zu Krisendiensten vorgestellt. [mehr]
Dabei stehen der seit vielen Jahren etablierte Berliner Krisendienst und der bayrische Krisendienst und ihre jeweilige Verknüpfung mit gemeindepsychiatrischen Trägern in einem besonderen Fokus. Weitere Beiträge des Symposiums sind die Konsequenzen der aktuellen Sozialrechtsänderungen für die vorhandenen und künftigen Krisendienste, sowie die Vermeidung von Zwang. Wie bei jeder unserer Symposien und ganz besonders bei dieser werden Psychiatrieerfahrene ihre Anforderungen sowie ihre Mitarbeit an Krisendiensten vorstellen.

Broschüre "Mental health in times of the pandemic" (englisch)

Unser Verbandsmitglied Pfalzklinikum hat zusammen mit Mental Health Europe (MHE) und vielen weiteren engagierten Menschen die englischsprachige Broschüre "Mental health in times of the pandemic. 7 ways to cope with the crisis – 7 visions to reform the mental health care system" herausgegeben. Die Antwort auf COVID-19 muss lauten: Es ist Zeit für eine Reform der psychischen Gesundheitsversorgung. Der weltweite Ausbruch von COVID-19 zwang viele psychiatrische Dienste in ganz Europa zur Anpassung. Der Lockdown führte zu einer Unterbrechung vieler Dienste, die für das psychische Wohlbefinden der betroffenen Menschen entscheidend sind. In der Hochphase der Pandemie befragte MHE Mitglieder und Partner zu den Auswirkungen der Pandemie auf ihr Leben und ihre Arbeit und welche Maßnahmen sie ergreifen oder ergreifen können, um mit der Situation fertig zu werden - unter ihnen auch MHE-Vorstandsmitglied und Pfalzklinikum-Geschäftsführer Paul Bomke sowie Aktivistin Dominique de Marné.
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Unser Jahr 2019 - Der aktuelle Tätigkeitsbericht des Dachverbands Gemeindepsychiatrie

Die COVID-19-Pandemie bewegt zur Drucklegung des hier vorliegenden Berichts und sicher auch noch weit darüber hinaus die gesamte Bundesrepublik. In besonderem Maße betroffen vom Ausbruch des Corona-Virus und den von der Politik verordneten Beschränkungen im sozialen Miteinander sind Menschen mit psychischen Erkrankungen – weil sie oft durch die jahrelange Einnahme von Medikamenten oder Suchtmitteln und Begleiterkrankungen zur Risikogruppe zählen, aber auch weil die wachsenden Unsicherheiten und Kontaktbeschränkungen für sie mühsam erarbeitete seelische und soziale Strukturen gefährden.

Die Gemeindepsychiatrie setzt sich in diesen Zeiten dafür ein, Menschen mit Unterstützungsbedarf weiter dort in ihrer Lebenswelt zu helfen: im Wohnen, bei der Beschäftigung, in der Beratung, in der Gestaltung des Alltags. Mitarbeiter*innen bei den gemeindepsychiatrischen Trägern, aber auch Engagierte aus der Selbst- und Bürgerhilfe und Angehörige sorgen in der Krise durch persönlichen Einsatz, Solidarität und Kreativität dafür, dass sich Hilfsangebote an die Gegebenheiten anpassen, Schutzmaßnahmen eingehalten werden und trotz allen Widrigkeiten Menschen nicht in Isolation und noch tiefere Krisen abrutschen. Gemeindepsychiatrie ist für die Betroffenen – Menschen mit psychischen Krisen, Belastungen und schweren Erkrankungen – systemrelevant. Gleiches gilt für das Versorgungssystem. Wir setzen uns in diesen unsicheren Zeiten dafür ein, dass Politik und Gesellschaft das anerkennen. Dies ist heute so wichtig wie nie zuvor, steigt doch die Zahl der „Krisenerfahrungen“ durch Corona merklich an und wird dafür sorgen, dass seelische Schwierigkeiten und Erkrankungen immer mehr Menschen betreffen.

Wir setzen uns politisch dafür ein, dass Leistungserbringer sicher finanziert durch die Krise kommen, damit sie Menschen mit seelischen Problemen dabei helfen können, auch in schwierigen Zeiten an der Gesellschaft teilzuhaben. Inklusion ist kein Luxus, den man sich als Gesellschaft in ruhigen Zeiten gönnt, sondern auch in der Krise ein Menschenrecht.

Auch wenn die Gegenwart viel Aufmerksamkeit verlangt, so wollen wir dennoch diesen Jahresbericht dazu nutzen, auf das Jahr 2019 zurückzuschauen. Der Dachverband Gemeindepsychiatrie e. V. hat mit gemeinsam mit seinen Mitgliedern, Unterstützenden und Kooperationspartnern wieder viel bewegt. Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre und freuen uns, wenn Sie mit Ihrem Engagement unseren Verband unterstützen.

[Tätigkeitsbericht herunterladen]

Verschiebung der Jahrestagung 2020

Aufgrund der anhaltenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens als Reaktion auf die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland müssen wir leider unsere für den 9. und 10. Juni 2020 in München geplante Jahrestagung verschieben.

Sehr gerne hätten wir mit Ihnen gemeinsam zum wichtigen Thema "Ambulante Krisendienste realisieren – Komplexleistungen der Gemeindepsychiatrie sichern" diskutiert und auch abseits des Tagungsprogramms den gewohnt persönlichen Austausch gesucht.

Unserer Einschätzung nach wird die Ausrichtung von Veranstaltungen wie der unseren aber auch im Juni noch nicht wieder möglich sein. Die Gesundheit und Sicherheit unserer Gäste, Referent*innen und Mitarbeitenden hat für uns Priorität. Aus diesem Grund – und um Planungssicherheit für Sie und uns herzustellen – haben wir uns zu diesem Schritt entschieden. Dafür bitten wir um Ihr Verständnis. Alle bisher eingegangenen Anmeldungen werden storniert. Ihnen entstehen dadurch keine Kosten.

Die Tagung wird auf das Jahr 2021 verschoben. Das genaue Datum geben wir zu einem späteren Zeitpunkt bekannt. Über weitere Termine und Entwicklungen informieren wir Sie per E-Mail und auf unserer Website.

Wir wünschen Ihnen, Ihren Organisationen, Ihren Kolleg*innen und Familien viel Kraft und Solidarität in diesen schweren Zeiten – und vor allem Gesundheit.

Brandbrief: "Ambulante psychiatrische Pflege während der CoViD-19-Pandemie gewährleisten!"

Die Ausbreitung der CoViD-19-Pandemie und alle damit verbundenen Regelungen und Praktiken psychiatrischer Leistungserbringer sowie die aktuellen Distanz- und Kontaktregeln verändern die Lebenssituation und Bedürftigkeit von Menschen mit psychischen Krankheiten. Krankenhauspatienten wurden nach Hause entlassen; Werkstätten und Tageskliniken sowie sehr viele weitere SGB-V-Leistungen und komplementäre Angebote sind nicht verfügbar.

"Angesichts der hohen Dringlichkeit für Hilfe und Beratung ist absolut untragbar, dass ambulante psychiatrische Pflege diesen Personen nicht flächendeckend und unkompliziert telefonische Hilfen oder Videoberatung anbieten kann", erklären neben dem Dachverband Gemeindepsychiatrie die Bundesinitiative Ambulante Psychiatrische Pflege (BAPP) und die Deutsche Fachgesellschaft Psychiatrische Pflege (DFPP) in ihrem Brandbrief.

[Positionspapier herunterladen]

Stellungnahme zur Ablehnungspraxis von pHKP

Gemeinsam mit der Bundesinitiative Ambulante Psychiatrische Pflege e.V. (BAPP) und der Deutschen Fachgesellschaft Psychiatrische Pflege e.V. (DFPP) fordert der Dachverband Gemeindepsychiatrie e.V. in einer aktuellen Stellungnahme die Kostenträger nachdrücklich dazu auf, die Richtlinie für psychiatrische häusliche Krankenpflege (pHKP) in der aktuellen Fassung umfänglich und konsequent in ihrer Genehmigungspraxis umzusetzen.

Wie bereits in unserer Stellungnahme vom 26.11.2018 ausgeführt, begrüßen wir die Überarbeitung der Richtlinie für psychiatrische häusliche Krankenpflege (pHKP) durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA, 2018) grundsätzlich. Auch nach unserer Kritik vom 19.12.2018 zeigt die Praxis nun aber vermehrt, dass die veränderte Richtlinie von vielen Kostenträgern noch nicht umfänglich umgesetzt oder auch falsch interpretiert wird. Die teilweise willkürlich anmutenden Argumentationen zur Verkürzung oder Ablehnung der verordneten Maßnahmen widersprechen gänzlich einer professionell-fachlichen Versorgung und auch der Richtlinie für pHKP. Außerdem sind sie nicht im Interesse der Versicherten, sondern diskriminieren diese, indem sie ihnen berechtigte Leistungen vorenthalten.

[Link zur Stellungnahme auf der Website der BAPP]

Terminankündigung: Vom Auftrag zur Umsetzung - Präsentation des Abschlussbericht der ARBEITSGRUPPE KINDER PSYCHISCH KRANKER ELTERN

Nach einem intensiven Arbeitsprozess und der Zuleitung des Abschlussbericht an den Deutschen Bundestag stellt der Dachverband Gemeindepsychiatrie gemeinsam mit dem AFET - Bundesverband für Erziehungshilfe, dem Institut für Gesundheitsforschung und Soziale Psychiatrie (igsp) und dem Nationalen Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) am 9. März 2020 auf einer Fachtagung in Berlin den Abschlussbericht der Arbeitsgruppe Kinder psychisch kranker Eltern vor. Abgeordnete des Deutschen Bundestages, Vertreter*innen aus Wissenschaft und Forschung, der Länder und der kommunalen Ebene und Mitglieder der Arbeitsgruppe werden auf verschiedenen Podien zu den Empfehlungen und zu ihren Erwartungen an die lenkungswirksame Umsetzung Stellung nehmen.

Weitere Informationen finden Sie im Tagungsprogramm [Link].
Anmelden können Sie sich auf der Website der AFET [Link].

Brücke SH gehört zu den wertvollsten Arbeitgebern in Kiel

Wir gratulieren unserer Mitgliedsorganisation Brücke Schleswig-Holstein gGmbH!  Der gemeindepsychiatrische Träger zählt laut einer Befragung zu den zehn wertvollsten Arbeitgebern für das Gemeinwohl in Kiel. Zu diesem Ergebnis kommt eine Bevölkerungsumfrage des Kölner Marktforschungsinstituts ServiceValue im Auftrag der Zeitschrift „WirtschaftsWoche“.

Die Marktforscher hatten die norddeutsche Bevölkerung nach der Bedeutung von insgesamt 2.158 Unternehmen für das Gemeinwohl befragt. Sie wollten herausfinden, welchen gesellschaftlichen Mehrwert die Betriebe für ihre unmittelbare Umgebung leisten. In dem Ranking landete die Brücke SH auf einem hervorragenden siebten Platz und erhielt damit die Auszeichnung „Wertvoller Arbeitgeber für das Gemeinwohl 2019“.

Die Brücke SH beschäftigt mehr als 700 Menschen und kümmert sich als gemeinnützige Gesellschaft um Menschen mit psychischen und seelischen Erkrankungen sowie um deren Angehörige und Interessierte. „Wir sind sehr stolz auf diese Auszeichnung. Denn sie beweist, dass unser Wirken für die Gesellschaft auch von der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen und wertgeschätzt wird“, sagt Wolfgang Faulbaum-Decke, Geschäftsführer der Brücke SH.

Die komplette Pressemeldung lesen Sie auf der Seite der Brücke SH.

Dokumentation der Jahrestagung 2019 „Grenzen überschreiten - Pflege, Teilhabe und Gemeindepsychiatrie“

„Es ist Zeit für einen neuen Aufbruch!“ Nichts weniger forderte Nils Greve, Vorsitzender des Dachverbands Gemeindepsychiatrie e.V., in seinem Eröffnungsvortrag auf der Jahrestagung 2019 am 26. und 27. Juni in Hamburg. Mit dem bewusst provokanten Titel der Tagung „Grenzen überschreiten – Pflege, Teilhabe und Gemeindepsychiatrie“ hatte der Dachverband Gemeindepsychiatrie in Kooperation mit der Bundesinitiative Ambulante Psychiatrische Pflege e.V. (BAPP) und der Deutschen Fachgesellschaft Psychiatrische Pflege e.V. (DFPP) nach zu Fachvorträgen, Workshops und einer regen Diskussion eingeladen. Das Ziel der Veranstaltung war es, aufbauend auf den neuen gesetzlichen Möglichkeiten durch das Bundesteilhabegesetz, die Pflegestärkungsgesetze und bei der psychiatrischen Häuslichen Krankenpflege gemeinsam Schnittmengen und Anknüpfungspunkte auszuloten und innovative Möglichkeiten zu finden, um dem Ziel sozialraumorientierter, passgenauer Komplexleistungen für Menschen mit psychischen Erkrankungen ein weiteres Stück näher zu kommen. Am ersten Tag lag der Schwerpunkt auf dem Thema Pflege, am zweiten Tag wurde das Bundesteilhabegesetz behandelt. Hinzu kamen weitere Themen wie die Finanzierung von Krisendiensten, die Unterstützung Jugendlicher, der Einsatz von Social Media sowie eine weitere „Grenzüberschreitung“ in Gestalt von Profis mit Erfahrung als Patienten oder Angehörige. [mehr]

Positionspapier der Friedrich-Ebert-Stiftung zur Zukunft der psychosozialen Versorgung

Am 5. Juni 2019 wurde in Berlin das Positionspapier "Es ist Zeit für einen neuen Aufbruch“ - Handlungsbedarfe zur Reform der psychosozialen Versorgung 44 Jahre nach der Psychiatrie-Enquete der Friedrich-Ebert-Stiftung vorgestellt. Es liefert wichtige Impulse enthält für politische Weichenstellungen hin zu einer konsequenten personen- und bedarfsorientierten Unterstützung für Menschen mit psychischen Erkrankungen.

Das Positionspapier wurde auf Grundlage der Beratungen einer Expertengruppe im Rahmen des FES-Projekts „Weiterentwicklung der Qualitätsstrategie im deutschen Gesundheitswesen” erstellt. Daran mitgewirkt haben auch Nils Greve und Christian Zechert aus dem Vorstand des Dachverbands sowie Dr. Elke Prestin, Referentin im Projekt "Gemeindepsychiatrische Grundversorgung".

Positionspapier [herunterladen]

Auftaktsitzung in Köln zur Gemeindepsychiatrischen Basisversorgung

Am 26. März 2019 fand in den Räumlichkeiten der Fritz Thyssen Stiftung in Köln die Auftaktsitzung zur Gemeindepsychiatrischen Basisversorgung (GBV) statt. Die GBV ist ein vom Innovationsfonds der gesetzlichen Krankenkassen und des Gesundheitsfonds mit ca. 9 Millionen gefördertes Projekt. Sie ist das einzige psychiatrische Projekt im Förderbereich sozialleistungsträgerübergreifende Versorgungsformen, welches in dieser Periode gefördert wird. Alle Konsortialpartner nahmen an der konstituierenden Sitzung teil. Zu ihnen zählen Krankenkassen (Techniker, AOK Bayern, AOK Rheinland/Hamburg, GWQ ServicePlus AG), leistungserbringende Regionen (Augsburg, Berlin, Dresden, Essen, Mettmann, Mönchengladbach, München, Saarbrücken, Solingen, Viersen), die Gesellschaft für psychische Gesundheit in Nordrhein Westfalen gGmbH (GpG NRW), die Universität Ulm als forschendes Institut, der Dachverband Gemeindepsychiatrie e.V. als Konsortialführer sowie die KKH als Kooperationspartner. [weiter]

Fachtagung "Wir? Gestalten. Gemeindepsychiatrie!" in Alzey

Menschen mit einer psychischen Erkrankung werden in vielen Regionen in Rheinland-Pfalz sehr gut versorgt. Diese Tatsache ist eine Erkenntnis aus der Tagung am 29.03.2019 in der Rheinhessen-Fachklinik, wo sich ca. 70 Betroffene, Angehörige, Geschäftsführende von Kliniken und Organisationen, Ärzte und Fachkräfte trafen, um sich einen Überblick über die Versorgungslandschaft für psychisch erkrankte Menschen zu schaffen. Das ist in Rheinland-Pfalz bisher nicht so einfach, wie eine Karte von Rheinland-Pfalz zeigte, auf die alle Anwesenden kleine Fähnchen für den Standort ihrer Region steckten.

Viele große Träger, wie das Pfalzklinikum, die Rheinhessen-Fachklinik und andere Kliniken haben die Versorgungsverantwortung in ihren Regionen und bieten umfassende Möglichkeiten für Erkrankte. In anderen Regionen wiederum gibt es Träger der Gemeindepsychiatrie, die sehr gut miteinander zum Beispiel in Gemeindepsychiatrischen Verbünden organisiert sind. Gerade die Umsetzung der aktuellen Sozialrechtsreformen bergen für die Zukunft der gemeindepsychiatrischen Hilfen für die Träger eine Fülle von Herausforderungen. Eine Realisierung recovery- und lebensweltortientierter gemeindepsychiatrischer Hilfen scheint erst einmal durch die strukturellen Notwendigkeiten verlangsamt zu sein. In Umbruchzeiten ist es jedoch wichtiger denn je, sich zu vernetzen und auszutauschen um den notwendigen Schwung für die grundlegenden konzeptionellen Diskussionen zu entwickeln. [weiter]

Broschüre "Leuchtturmprojekte: Unterstützung für Familien mit einem psychisch erkrankten Elternteil" erschienen

Unsere neue Broschüre stellt Leuchtturmangebote von Hilfen für Familien vor, in denen ein Elternteil psychisch erkrankt ist. Entstanden ist die Veröffentlichung mit der Unterstützung des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG). In der Broschüre werden Aktivitäten gemeindepsychiatrischer Träger sowie eines psychiatrischen Krankenhauses vorgestellt, die seit vielen Jahren am Aufbau von konkreten Hilfen für diese Familien arbeiten. Sie haben interdisziplinäre Netzwerke geknüpft, um funktionsfähige, lebensweltorientierte und der Krankheitsbewältigung dienende Hilfen zu schaffen. Dabei spielen die Arbeit in multiprofessionellen Teams sowie der Aufbau einer verbindlichen Netzwerkstruktur für das gesamte Familiensystem eine wichtige Rolle. Gemeindepsychiatrische Träger, die im Dachverband Gemeindepsychiatrie organisiert sind, bieten meist Hilfen basierend auf unterschiedlichen Sozialgesetzbüchern an. Damit haben sie die Möglichkeiten, bei komplexen Bedarfen Unterstützung aus einer Hand anzubieten. Die im vorangegangenen BMG-Förderprojekt in den Jahren 2017 und 2018 gesammelten Erfahrungen werden mit dieser Veröffentlichung einer breiten Fachöffentlichkeit zugänglich gemacht und unterstützen Träger beim Aufbau lebensweltorientierter Komplexleistungen. Zudem bieten wir umfangreiche Informationen zu Finanzierungswegen aus den Sozialgesetzbüchern und weitere Materialien zu den Leuchtturmprojekten zum Herunterladen an. [mehr]

Home Treatment - Perspektiven aufzeigen und gemeinsam handeln

Claudia Scheytt, Referentin für Behinderten- und Psychiatriepolitik beim Paritätischen Gesamtverband, schreibt in der Ausgabe 6/2018 der Zeitschrift "Der Paritätische" über die jüngesten Initiativen zum Home Treatment, die der Wohlfahrtsverband gemeinsam mit seinen Fachverbänden Dachverband Gemeindepsychiatrie und der DGSP auf dem Weg gebracht hat. Der Artikel betrachtet die Chancen und strukturelle Probleme bei der Umsetzung einer flächendeckenden ambulanten, aufsuchenden Behandlung von psychischen Erkrankungen und stellt die kürzlich erschienen Broschüre „Home Treatment - GEMEINSAM HANDELN“ vor.

Den Artikel können Sie [hier herunterladen].

Broschüre und Positionspapier zum Home Treatment

Der Dachverband Gemeindepsychiatrie hat zusammen mit dem Paritätischen Gesamtverband und der Deutschen Gesellschaft für Soziale Psychiatrie die Broschüre „Home Treatment - GEMEINSAM HANDELN“ vorgestellt. Mit dieser Broschüre möchten die Verbände den Blick in eine Zukunft richten, in der Menschen mit psychischer Erkrankung Hilfen „wie aus einer Hand“ bekommen. In der Broschüre werden Denkanstöße für notwendige Änderungen, aber auch Anregungen und Umsetzungsmöglichkeiten für die Praxis aufgezeigt. Sie enthält außerdem einen Überblick über die aktuelle und äußerst heterogene Situation durch die Darstellung von Angeboten, deren wesentlichen Zielstellungen, Leistungen und grundlegenden Rechtsnormen.

Die Broschüre gibt einen Einblick und leistet eine Positionsbestimmung. [Broschüre herunterladen].

Zudem haben die beteiligten Verbände das Papier "Home Treatment - Positionsbestimmung und Forderungen" veröffentlicht. [Positionspapier herunterladen].

Dokumentation der Jahrestagung 2018: „Lebensweltorientierte Komplexleistungen – Von Schnittstellen zu Nahtstellen“

24.07.2018. "Wie können wir Hilfen für Menschen mit psychischen Erkrankungen angesichts der aktuellen Sozialrechtsreformen so gestalten, dass sie dem Wohl der Betroffenen dienen?" Diese Frage stand im Zentrum der Jahrestagung des Dachverbands Gemeindepsychiatrie im sommerlichen Dresden, die mit über 250 Teilnehmenden sehr gut besucht war und viel Raum für Diskussionen über aktuelle Fachfragen bot. Konsens bestand darüber, dass eine Vernetzung aller relevanten Akteure notwendig ist, um aus Schnittstellen echte Nahtstellen in der Versorgung zu machen. Grenzen zwischen den Sozialgesetzbüchern müssen dafür ebenso überwunden werden wie Grenzen zwischen den Professionen – etwa durch eine Bündelung von personenorientierten Komplexleistungen in der Gemeindepsychiatrischen Basisversorgung. Ansätze, wie dies vor dem Hintergrund von BTHG und PsychVVG gelingen kann, boten in Vorträgen und Diskussionen Fachleute aus der gemeindepsychiatrischen Versorgung, der medizinischen Behandlung, aus Pflege und Betreuung sowie aus Forschung und von Sozialverbänden. Die Tagung war damit einen wichtiger interdisziplinärer Knotenpunkt, um gemeinsam neue Lösungen entwickeln zu können. Dafür, dass die Vorstellungen der Profis stets an der Lebenswirklichkeit und den Anforderungen der Menschen orientiert bleibt, sorgten die kritischen Wortbeiträge von Vertreterinnen aus der Betroffenen- und Angehörigenselbsthilfe. [mehr]

Inklusionsprojekt SOUL LALA gestartet

SOUL LALA – Das Inklusionsprojekt des Dachverbands Gemeindepsychiatrie e.V. für Jugendliche und junge Erwachsene

Wie geht es eurer Seele, was hält sie fit und was lässt sie in Krisen fallen? Diese und viele andere Fragen rund um das Thema „Seelische Gesundheit“ wollen wir im Projekt SOUL LALA (ehemals „Seelenleben“) mit jungen Menschen diskutieren. Vielfältig und multimedial, digital im Netz und analog vor Ort. Wir klären über psychische Erkrankungen auf, eröffnen neue Perspektiven und wollen Vorurteile abbauen. Vor allem aber möchten junge Menschen mit psychischen Schwierigkeiten als Erfahrungs-Experten stärken und sie erzählen lassen, was sie bewegt, auf welche Probleme sie im Alltag stoßen und was sie von einer inklusiven Gesellschaft erwarten.

Unser Ziel im Projekt ist es, gleichberechtige Teilhabe auch für Menschen mit psychischen Erkrankungen und Behinderungen zu befördern. Dazu wollen wir junge Menschen zusammenbringen - auf inklusiv ausgerichteten Aktionen und Veranstaltungen in sechs Projektregionen mit engagierten Mitgliedern des Dachverbands: Berlin (ajb GmbH), Dresden (PTV Sachsen), Kiel (Brücke-SH), München (gGmbH des Projektevereins), Wiesbaden (Werkgemeinschaft Rehabilitation Wiesbaden) und Zemmer (Barmherzige Brüder Schönfelderhof). Ob Informationstage an Schulen und Universitäten, Boxtrainig oder Yoga, Medien-Workshops, Filmfestivals, Theaterprojekte oder Handwerk mit anschließendem Verkauf im Online-Shop – wir bieten vielfältige Möglichkeiten für junge Leute, sich auszuprobieren und gemeinsam zu erleben, dass es normal ist, verschieden zu sein.

Junge psychisch erkrankte Menschen werden dabei als Projektmitarbeiterinnen und Projektmitarbeiter gefördert und können so Selbstwirksamkeit und Empowerment erfahren. Wir wollen im Projekt die Themen junger Menschen kennenlernen, die Sprache der Zielgruppe sprechen und ihre Kommunikationswege nutzen. Eine Projektwebsite und Kanäle bei Facebook, Instagram und YouTube dienen deshalb als Knotenpunkt zur Darstellung unserer Aktivitäten und zur Interaktion mit den Nutzerinnen und Nutzern. Gefördert wird SOUL LALA von der Aktion Mensch Stiftung von 2017 bis 2022.

Mehr Informationen unter www.soullala.de

Jahrestagung 2017: Jetzt erst recht! – Ambulante gemeindepsychiatrische Netzwerke weiterentwickeln

31.07.2017 Wichtige Zukunftsthemen der Jahrestagung 2017 waren der Aufbau von Home Treatment in Behandlungsnetzen, die Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes in den nächsten Jahren und die Veränderungen in der ambulanten Pflege. Um Wege zu finden, die anstehenden Reformen aktiv mitzugestalten, hatte der Dachverband Gemeindepsychiatrie am 21. und 22. Juni 2017 ins Bürgerhaus Zähringen nach Freiburg eingeladen und durfte bei hochsommerlichen Temperaturen mehr als 200 Teilnehmer begrüßen. Ob Bundesteilhabegesetz, Pflegestärkungsgesetze oder PsychVVG: In den kommenden Jahren werden zahlreiche Sozialrechtsänderungen Auswirkungen auf die Versorgung und Behandlung von Menschen mit psychischen Erkrankungen haben - und damit auf die Netzwerke und Angebote gemeindepsychiatrischer Träger. Die Vorträge, Podiumsdiskussionen und Workshops der Tagung boten deshalb breiten Raum für Austausch von Fachexpertise und Positionen sowie zur Vernetzung und Strategieentwicklung. Veranstaltet wurde die Tagung zusammen mit der Freiburger Hilfsgemeinschaft. [weiter]