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Projekt mit Vorbildcharakter: SOUL LALA ist Gewinner des DGPPN-Antistigma-Preises 2021

Vorurteile und Ausgrenzung im beruflichen und privaten Umfeld sind für psychisch erkrankte Menschen und ihre Familien noch immer eine große Belastung. Der mit 10.000 Euro dotierte DGPPN-Antistigma-Preis zeichnet Projekte und Initiativen aus, die sich für eine nachhaltige Inklusion dieser Menschen einsetzen. Für das Inklusionsprojekt SOUL LALA wurde der Dachverband Gemeindepsychiatrie e.V. in diesem Jahr mit dem ersten Preis und damit einem Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro ausgezeichnet. Die Verleihung fand im Rahmen des DGPPN Kongresses am 27. November im CityCube Berlin statt. Nils Greve, Vorsitzender des Dachverbands Gemeindepsychiatrie nahm die Auszeichnung stellvertretend für das Projektteam von Prof. Dr. med. Arno Deister, Vorsitzender des Aktionsbündnisses Seelische Gesundheit entgegen.

    SOUL LALA ist eine Online-Plattform für Jugendliche und junge Erwachsene, die über die Seele sprechen und sich gegenseitig stärken wollen. Das Projekt stellt Menschen vor, die selbst schon einmal seelische Krisen durchlebt und ihren eigenen Weg im Leben gefunden haben – oder noch auf der Suche sind. Neben entstigmatisierenden Online-Formaten mit regelmäßigen Interviews, Podcasts und Social Media-Arbeit unter Beteiligung junger Betroffener bietet das Projekt inklusive Veranstaltungen in sechs bundesweiten Modellregionen, zu denen junge Menschen mit und ohne Erkrankungen zusammenfinden und zusammen kreativ werden können. In einer von Toleranz, Offenheit und Verständnis geprägten Umgebung lernen sie dabei voneinander und können sich persönlich weiterentwickeln. Gefördert wird das Projekt von 2017 bis 2022 von der Aktion Mensch Stiftung.

    „Das gesamte Projektteam ist überglücklich über die Auszeichnung und wir freuen uns über diese besondere Anerkennung unseres Engagements. Den Preis empfinden wir als Bestätigung unseres Ansatzes, dass Antistigma-Arbeit eine notwendige Voraussetzung für eine inklusive Gesellschaft ist, die offen für die Wünsche und Bedarfe von Menschen mit seelischen Einschränkungen ist,“ erklärte Peter Heuchemer, Projektleiter von SOUL LALA. Zusammen mit Madeleine Mouanga koordiniert er in Geschäftsstelle des Dachverbands Gemeindepsychiatrie die Projektaktivitäten. „Der Antistigma-Preis ist eine Auszeichnung für alle Menschen, die sich über die Jahre bei SOUL LALA engagiert haben sowie an unsere Partnerorganisationen in den Modellregionen, die die maßgebliche Arbeit bei der Durchführung der Projektaktivitäten vor Ort geleistet haben: Die ajb GmbH, der Psychosoziale Trägerverein Sachsen e.V., die Brücke Schleswig-Holstein gGmbH, Vincentro gGmbH, die Werkgemeinschaft e.V. und die Barmherzigen Brüdern Schönfelderhof. Unser besonderer Dank geht an die Aktion Mensch Stiftung, die unser Projekt durch die finanzielle Förderung erst möglich gemacht hat.“

    Neben SOUL LALA haben drei weitere der insgesamt 36 Einreichungen die Fachjury überzeugt. Mit jeweils 2.500 Euro wurden die Kampagne fragEltern sowie das Projekt Aufeinander Achten ausgezeichnet. Den Anerkennungspreis erhielten die trialogischen Seminare für psychische Krisensituationen im Rahmen der Polizeiausbildung in Deutschland.

    Über den DGPPN-Antistigma-Preis - Förderpreis zur Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen

    Mit dem DGPPN-Antistigma-Preis werden jährlich Projekte, Institutionen und Selbsthilfegruppen ausgezeichnet, die sich für die gesellschaftliche Integration psychisch erkrankter Menschen einsetzen. Der Förderpreis wird in Kooperation mit dem Aktionsbündnis Seelische Gesundheit verliehen und ist mit 10.000 Euro dotiert. Die Einreichungen werden unter Leitung von Prof. Arno Deister, Vorsitzender des Aktionsbündnisses Seelische Gesundheit, von einer Fachjury bewertet. Teil der Jury sind Prof. Andreas Meyer-Lindenberg (President Elect DGPPN), Prof. Georg Schomerus, Dr. Werner Kissling, Waltraud Rinke und Dr. Hanna Högenauer. Die Preisverleihung für den Antistigma-Preis fand 2021 im Rahmen des DGPPN Kongresses am 27. November 2021 im CityCube Berlin statt.

    Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e. V. (DGPPN) ist die größte medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft für Fragen der psychischen Gesundheit in Deutschland. Sie bündelt die Kompetenz von 10.000 Fachärzten für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Ärzten, Psychologen und Wissenschaftlern, die in Deutschland auf den Gebieten Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde arbeiten. Die Fachgesellschaft macht sich für eine optimale Versorgung der Patienten mit psychischen Erkrankungen stark. Sie entwickelt wissenschaftliche Leitlinien, fördert die Aus-, Fort- und Weiterbildung und engagiert sich in der Erforschung psychischer Erkrankungen zur Weiterentwicklung von Diagnostik und Therapie. Im Zentrum steht dabei die ganzheitliche Sicht auf den Menschen mit allen individuellen psychischen, körperlichen und sozialen Aspekten. Die DGPPN setzt sich aktiv für die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit psychischen Erkrankungen und gegen deren Stigmatisierung ein.

    Das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit ist eine bundesweite Initiative, in Trägerschaft der DGPPN. Zu den über 125 Mitgliedsorganisationen zählen Selbsthilfeverbände der Betroffenen und Angehörigen von Menschen mit psychischen Erkrankungen sowie viele Verbände aus den Bereichen Psychiatrie, Gesundheitsförderung und Politik. Initiiert wurde das Bündnis 2006 von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) gemeinsam mit Open the doors als Partner des internationalen Antistigma-Programms. 

     


    Weitere Informationen

    • Pressemeldung der DGPPN zum Antistigma-Preis [Link]
    • Mehr zum Projekt SOUL LALA [Link]